Ein heisser Mittag in Genf. Der Revolutionär biegt um die Ecke in Anzug und Hemd, eine Mappe in der Hand. Jean Ziegler, der vom Protestanten zum Katholiken wurde, mit Jean-Paul Sartre verkehrte und Che Guevara kannte, legt sich seit Jahrzehnten mit den KapitalistInnen der westlichen Welt an. Seine Waffen sind Worte. Zwanzig Bücher hat er geschrieben, ein Bestsellerautor, der in vielen Sprachen gelesen wird. Inzwischen ist der Intellektuelle 77-jährig, er hält sich mit Judo fit, und er provoziert munter weiter. Zuletzt mit einer Rede, die er zur Eröffnung der Salzburger Festspiele halten sollte, bevor er von den OrganisatorInnen wieder ausgeladen wurde.
Ziegler ist umgänglich, witzig, schenkt unablässig Wein nach. Dann gehts zur Sache. Mit etwas Glück stossen wir hie und da eine Frage in seinen wortgewaltigen Redefluss.
Herr Ziegler, wir sitzen hier in einer Gewerkschaftsbeiz. Weshalb haben Sie diesen Ort ausgesucht?
Die Brasserie aux Cheminots ist die letzte Gewerkschaftsbeiz in Genf. Ein Galizier führt sie und das sehr gut. Hierher kommen die Lokomotivführer und Kondukteure, bleiben ein, zwei Stunden, ehe sie wieder losfahren müssen. Genf liegt ja am Ende der Welt.
Sie wurden kürzlich von den Salzburger Festspielen als Eröffnungsredner ausgeladen, wegen Ihrer angeblichen Nähe zu Libyens Herrscher Muammar al-Gaddafi.
Das ist ein Blödsinn, der seit zehn Jahren immer wieder aufgewärmt wird. Meine Bücher kommen im Verlag al-Hayat auf Arabisch heraus. Gaddafi hatte theoretische Ambitionen. Er schrieb das Grüne Büchlein, ein fertiger Seich, völlig konfus. Er hat immer wieder Intellektuelle zum Gespräch eingeladen, auch mich. Für einen Soziologen ist es hochinteressant, einen solchen Staatschef über die afrikanischen Befreiungsbewegungen reden zu hören, auch wenn er ein Halunke ist, oder über Palästina. Ich habe mich aber nie mit ihm solidarisiert. Den Menschenrechtspreis, den er gestiftet hatte, um während des Embargos gegen Libyen die internationale Isolation zu durchbrechen, lehnte ich ab. Punkt. Das ist aktenkundig. Nachdem Gaddafi vor ein paar Jahren in Bengasi 1500 Menschen hatte massakrieren lassen, habe ich nicht mehr auf Einladungen reagiert.
In «Die Schweiz wäscht weisser» mussten Passagen geschwärzt werden, ich musste ihm Geld zahlen. Safra hat ein tragisches Ende genommen. Er wurde in Monaco ermordet. Sie werden wegen Ihrer Bücher immer wieder bedroht. Haben Sie Angst? Natürlich habe ich
Zudem beschlossen beide Seiten, über die Besteuerung von deutschen Schwarzgeldern auf Schweizer Konten zu verhandeln. Die Verhandlungen wurden im Januar 2011 aufgenommen. Die zweite Etappe Im August erreichten beide Seiten auch einen Kompromiss,
Zwei Beziehungsdelikte mit mehreren Toten haben in den letzten Tagen die Schweiz erschüttert. In beiden Fällen gab es im Vorfeld Warnungen und Anzeichen eines Dramas – trotzdem konnten die Taten nicht verhindert werden. Im «Club» wurde deutlich:
Das Attentat in Luxor, bei dem 1997 vor allem Schweizer umkamen, reduzierte den Reiz zwar enorm, aber nur für ein knappes Jahr. «Ah», schwärmt Ruge vor der Bar und sagt, sie sei der schönste Ort des gesamten Hotels. Langgestreckt zieht sie sich durch

Denn äußerlich glaubt man sich in die mit viel Schlichtheit imprägnierten Bezirke einer Wiener "Menschlichen Komödie" versetzt: Durch den ausgiebigen Gebrauch der erlebten Rede bringt sich der Erzähler mit seinen Figuren, die auf wenigen Seiten