In der Ära der Ganzkörperanzüge gab es eine Menge starker Schwimmer die auf riesige Geschwindigkeiten gekommen sind. Sie haben ihre Technik und die Anzüge genutzt, um die Bestzeiten zu steigern. Aber das war nicht das wirkliche Schwimmen. Es war nicht so, wie es früher Matt Biondi und Alexander Popow vorgemacht haben: dass man elegant sein muss, die Energie in die Frequenz der Armzüge legt, gelassen bleibt und den Fokus auf die zweiten 50 Meter legt.
Ja. Er ist die Nummer eins der Welt. Seine Leistung war auch eine mentale Leistung. Er war bisher der Schattenmann. Auf den Rückenstrecken hatte er früher immer Aaron Peirsol vor sich, auf seinen anderen Strecken war immer Phelps vor ihm. Aber er hat trotzdem immer weitergemacht. Die Delfinkicks waren eigentlich Phelps’ Stärke, aber da ist Lochte jetzt sogar noch besser.
Ich war sehr enttäuscht, denn sie ist eine sehr nette Person. Sie muss jetzt ehrlich mit sich selber sein. Schwimmen ist ein Sport, der dich auch mental stark fordert. Wenn sie eine Chance sieht, die Goldmedaille noch mal zu gewinnen – dann los. Wenn nicht, sollte sie das Schwimmen aufgeben und Spaß haben. Ihre Position war zu herausragend, als dass sie nur wegen des olympischen Geists in London antreten könnte.
Man muss das Disziplin für Disziplin betrachten. Im 50-Meter-Sprint war César Cielo extrem schnell, aber es sind immer noch sechs Zehntel bis zum Weltrekord. Das ist eine große Lücke, genauso 200 Meter Freistil zu Paul Biedermanns Anzugzeit. Weniger Abstand gibt es auf den Rücken- und Lagenstrecken. Dort wurde nicht immer der lange Anzug getragen, weil das nicht komfortabel war. Dass der Weltrekord in manchen Rennen noch sehr weit weg ist, ist nicht schön. Denn was macht das Schwimmen populär? Die rote Weltrekordlinie im Fernsehen.
Ja. Jetzt haben die Schwimm-Anhänger ihre eigene Liste. Viele vergessen dabei die neuen Startblöcke. Die bringen auf den ersten 15 Metern drei Zehntel. Früher mussten wir uns immer aufrichten, bevor wir nach unten gesprungen sind. Jetzt starten die Schwimmer wie die Leichtathleten flach nach vorne. Und das macht es noch komplizierter, die Zeiten zu vergleichen.
Auf den Rückenstrecken hatte er früher immer Aaron Peirsol vor sich, auf seinen anderen Strecken war immer Phelps vor ihm. Aber er hat trotzdem immer weitergemacht. Die Delfinkicks waren eigentlich Phelps' Stärke, aber da ist Lochte jetzt sogar noch